Josefine

costume design
2012

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Wie klingt ein Chor, die in sich ruhende Masse oder die vielgestaltige Menge im Zeitalter der Digitalisierung? Kafkas Erzählung „Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse“ (1924) bildet den Ausgangspunkt für ein experimentelles Musiktheater, in dem sich immer wieder die Stimmen der Vielen gegen die Einzelnen erheben. Es ist eine Suche nach Begegnungen, Mit-Sein und Widerstreit in einer immer unübersichtlicher werdenden Vielfalt von Welten, in denen die Regeln von Dialog, Wissen, Aneignung und Austausch längst von Medientechnologien und ihren Usern bestimmt werden. (Programmtext)


Wer ist Josefine? Warum ist Josefine nicht grau? Ist sie viele?
Das experimentelle Musiktheaterstück, das den Namen von Kafkas Erzählung trägt, beleuchtet Gemeinschaften heute. Ein 50-köpfiger Chor auf der Bühne bildet das Gegengewicht zum körperlosen Internet. Die 20er Jahre stehen für einen wichtigen Schritt der Befreiung des durch Konventionen bekleideten Körpers. Das Kostümbild der Josefine verwertet das Bild, das wir vom Alltag der 20er Jahre haben. Zu sehen sind Individuen, die im Kopf eines jeden individuellen Betrachters ein anderes Netz aus Verbindungen und Untergruppen bilden können - ganz im Sinne Kafkas, der die Bürokratisierung des Individuums kritisierte. Das Mittel des Kostümbildes sind Muster: Sonia Delaunay schuf sie, um großflächig den Körper zu bekleiden. Auf der Bühne geben sie jedem Choristen ein individuelles Äußeres und schaffen gleichzeitig ein Netz aus Beziehungen. Anpassung durch Abgrenzung, so formuliert die Modetheoretikerin Ingrid Loschek, sei schließlich das Phänomen unserer heutigen Mode.
Wir wissen auch nicht, ob Josefine besser gesungen hat als alle anderen Mäuse.


Josefine (World Premiere)

Experimental Musical Theatre with motives taken from Franz Kafka

premiere Mönchengladbach: 13 October 2012
premiere Krefeld: 17 November 2012


conductor:
Lennart Dohms

compositor:
Sagardía

director:
Christian Grammel

stage and video:
Agnes Fabich

costumes:
Charlotte Pistorius

writer:
Björn SC Deigner

dramatic advises:
Fanti Baum

production:
Oliver Spatz

choreography consultant:
Liz Waterhouse

A performance with 60 Solists and the Niederrheinische Symphoniker.

subsidies:
Experimental Musical Theatre North Rhine-Westphalia

blog:
www.josefine2012.wordpress.com

reviews:
theaterpur.net
die-deutsche-buehne.de

photos:
Agnes Fabich

stills:
Lukas Majka

collages:
Charlotte Pistorius