Die Bekleidung der Fiktion – die Fiktion als Alltagskleidung

video, 24'
2012


Fiction's clothing – fiction in daily clothes documents four interviews with costume designers. Interview scenes alternate with reconstructed images of the sites. The unexpected return of a hat box puts the viewer between layers of the viewable. By the viewer's knowledge the images are turned into „models of the real“. The absence of hierachy of so called real conditions and imaginary spaces appeals to the viewers perception. Hans-Thies Lehmann terms this the indecidability¹.

Which scope opens up for the costume design when the staging counts on the activity of the individual observer? Do daily clothes remain what they pretend to be?

The book Model of the real and reality of the model - thoughts and talks about the perception of clothing in daily life and on stage questions the aesthetic and the extra-aesthetic qualities of clothing. Every day we are surrounded by vested people, we question and revise our perspective: What's in? What's out?² With whom am I dealing?

The indecidability between daily life and fiction, staged and coincidential circumstances also underlies the selection of the images in the book. The non-illustrative relation between images and text constitutes the intent of an active perception.

1  The unsettling that occurs through the question of what is real and what is fictional. Hans-Thies Lehmann, Postdramatic Theatre, English Edition, Routledge 2006, p. 99; German Edition, Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 1999
2  Ingrid Loschek: Wann ist Mode? Strukturen, Strategien und Innovationen. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2007



Die Bekleidung der Fiktion – die Fiktion als Alltagskleidung dokumentiert vier Gespräche mit Kostümbildnerinnen. Bilder der Gesprächssituation wechseln sich ab mit der Rekonstruktion der Gesprächsorte. Erst nach und nach kristallisieren sie sich in den Augen des Betrachters zu „Modellen des Realen“. Die unerklärliche Wiederkehr einer Hutschachtel versetzt die Zuschauer dabei zwischen die Schichten des Sichtbaren.

Die Abwesenheit einer Hierarchie sogenannter realer Gegebenheiten und imaginärer Räume appelliert an die Wahrnehmung des Betrachters. Hans-Thies Lehmann nennt das die Unentscheidbarkeit¹.

Welche Spielräume eröffnen sich für das Kostüm am Ort der Fiktion, der auf die Aktivität des Gegenübers, des (individuellen) Zuschauers, setzt? Bleibt Alltagskleidung, was sie vorgibt zu sein?

Das Buch Modell des Realen und Realität des Modells – Überlegungen und Gespräche über die Wahrnehmung von Kleidung im Alltag und auf der Bühne fragt nach den ästhetischen und außerästhetischen Faktoren von Kleidung. Alltäglich sind wir von bekleideten Menschen umgeben, fragen und revidieren unseren Standpunkt: Was ist in, was ist out?² Mit wem haben wir es zu tun?

Die Unentscheidbarkeit von Alltag und Fiktion, von inszenierten und zufälligen Gegebenheiten, liegt auch der Bildauswahl des Buches zu Grunde. In dem nicht-illustrativen Verhältnis der Bilder zum jeweiligen Text konstituiert sich der Bedeutungsspielraum einer aktiven Wahrnehmung.

1  Was ist inszeniert und was entsteht in der realen Situation zwischen Darsteller und Publikum?, vgl. Postdramatisches Theater. Verlag der Autoren, Frankfurt am Main 1999
2  Ingrid Loschek: Wann ist Mode? Strukturen, Strategien und Innovationen. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2007



concept and hat:
Charlotte Pistorius

with:
Anna Eiermann
Aino Laberenz
Sophie Reble
Lea Søvsø

camera:
Rebekka Stange
Charlotte Pistorius

dramaturgical and artistic advice:
Barbara Loreck

support:
Florence von Gerkan

© 2012 Charlotte Pistorius
Universität der Künste Berlin